Die Reinigung eines Leichenfundortes oder Unfallortes ist im Gebäudeinneren bereits eine komplexe Aufgabe. Doch die Tatortreinigung im Außenbereich: Asphalt und Erde bringt eine völlig neue Dimension an Schwierigkeiten mit sich. Während man im Innenraum oft "geschlossene Systeme" vorfindet, interagieren Außenflächen mit der Witterung, der öffentlichen Zugänglichkeit und vor allem mit der Umwelt.
Herausforderungen bei der Außenreinigung
Im Gegensatz zu glatten Fliesen oder Laminat sind Außenflächen meist porös und organisch aktiv. Die Witterung spielt eine entscheidende Rolle: Regen kann Körperflüssigkeiten in das Grundwasser spülen, Sonne kann Gerüche intensivieren und Insekten anlocken.
Bei der Tatortreinigung im Außenbereich: Asphalt und Erde müssen Spezialisten daher nicht nur auf Hygiene achten, sondern auch strenge Umweltauflagen erfüllen. Es gilt zu verhindern, dass biologische Gefahrstoffe in die Kanalisation oder das Grundwasser gelangen.
Reinigung von Asphalt und Beton
Asphalt wirkt auf den ersten Blick wie eine versiegelte Fläche, ist jedoch technisch gesehen porös. Blut und andere Körperflüssigkeiten dringen schnell in die feinen Poren der Bitumenoberfläche ein.
Warum Wasser allein nicht hilft
Ein häufiger Fehler bei der Laienreinigung ist der Einsatz von Hochdruckreinigern ohne Vorbehandlung. Dies führt oft dazu, dass:
- Kontaminierte Partikel in die Luft gewirbelt werden (Aerosolbildung).
- Flüssigkeiten tiefer in den Asphalt gedrückt werden.
- Bakterien über eine größere Fläche verteilt werden.
Professionelle Tatortreiniger nutzen spezielle Bindemittel und chemische Verfahren, um die Tatortreinigung im Außenbereich: Asphalt und Erde erfolgreich durchzuführen. Oft werden Enzyme eingesetzt, die organische Substanzen aufspalten, bevor sie abgesaugt werden. In extremen Fällen muss der Asphalt abgefräst und neu versiegelt werden, um eine vollständige Dekontamination zu garantieren.
Vorgehensweise bei Erdreich und Boden
Erde ist ein lebendiger Organismus. Wenn Blut oder Leichenflüssigkeiten in den Boden sickern, ist eine oberflächliche Reinigung unmöglich. Die Pathogene und Toxine vermischen sich mit dem Erdreich.
- Abtrag: Kontaminiertes Erdreich muss in der Regel ausgehoben werden.
- Entsorgung: Die ausgehobene Erde gilt als biologischer Sondermüll und darf nicht einfach kompostiert oder im Hausmüll entsorgt werden.
- Bodenaustausch: Nach der Entfernung wird die Stelle desinfiziert und mit frischem Mutterboden aufgefüllt.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich der Fundort in Wasserschutzgebieten befindet. Hier sind die Behörden unverzüglich einzuschalten, um eine Gefährdung des Trinkwassers auszuschließen.
Rechtliche und Umweltaspekte
Die Tatortreinigung im Außenbereich: Asphalt und Erde unterliegt strengen gesetzlichen Regelungen. Das Einleiten von Reinigungschemikalien oder Biomasse in die öffentliche Kanalisation ist streng verboten. Professionelle Firmen verfügen über Absauganlagen, die das Schmutzwasser auffangen, damit es fachgerecht entsorgt werden kann.
Zusammenfassung der Risiken
- Infektionsgefahr: Auch im Freien bleiben Viren (z.B. Hepatitis, HIV) über Tage infektiös.
- Umweltschäden: Kontamination von Grundwasser und Boden.
- Psychologische Belastung: Für Angehörige und Nachbarn ist die sichtbare Spur im Außenbereich oft traumatisierend.
Ein zertifizierter Fachbetrieb stellt sicher, dass der Ort des Geschehens wieder sicher und sauber übergeben wird, ohne dass Spätfolgen für Mensch und Umwelt entstehen.